Schuldenspirale

SchuldenSchulden macht heutzutage fast jeder irgendwann einmal in seinem Leben, völlig unabhängig vom sozialen Lebensstandard. Angefangen bei: "Kannst du mir mal 1,- Euro leihen, ich habe mein Geld vergessen?" unter Freunden bis hin zu Leasingverträgen oder Ratenkäufen.

Es wird eine Leistung in Form von Geld oder Waren (Auto, Möbel, etc.) zur Verfügung gestellt oder eine Dienstleistung (ärztliche Behandlung, anwaltliche Beratung, etc.) erbracht. Diese kann dann, gemäß der zuvor getroffenen Vereinbarung, zu einem späteren Zeitpunkt ganz oder in Raten ausgeglichen werden. Es sind also Schulden entstanden.

Solange die monatlichen Einkünfte ausreichen, um den freiwillig eingegangenen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und laufende Lebenshaltungskosten zeitgleich zu decken, stellt dies kein Problem dar. Kritisch wird es, wenn die fälligen Rechnungen und Tilgungsraten sowie die laufenden Kosten höher als die monatlichen Einnahmen sind. Ist dies der Fall, spricht man von Überschuldung und nicht selten endet eine angehende Überschuldung in einer Spirale, in der sich die Schulden (natürlich auch durch den zu leistenden Zins) immer schneller vermehren – die so genannte Schuldenspirale.

 

Ursachen der Verschuldung

Schulden UrsachenOftmals beginnt die Verschuldung schon im Jugend- bzw. im jungen Erwachsenenalter. Eine der größten Schuldenfallen ist dabei das Handy. Abgeschlossene Verträge, unbedachtes Telefonieren in Unkenntnis über den genutzten Tarif sowie Abonnements für Klingeltöne und Bildschirmoutfits lassen schnell den Überblick verlieren und horrende Kosten entstehen. Verantwortlich hierfür mag ein gewisses Image sein, welches Jugendlichen häufig durch Werbung und Freunde vermittelt wird und für deren Botschaften diese leicht empfänglich sind. Eine große Rolle hierbei wird auch die Angst spielen, ohne solche Statussymbole nicht anerkannt zu sein, im schlimmsten Fall sogar gemobbt zu werden. In Fachkreisen wird dieses Phänomen als Peergroup-Effekt (Gruppenzwang) bezeichnet.

Junge Erwachsene, welche gerade die erste eigene Wohnung beziehen sowie junge Eltern sind am häufigsten von Überschuldung betroffen, da viele Anschaffungen getätigt werden müssen. Mittels Bestellungen aus Versandhauskatalogen und via Internet wird es ihnen leicht gemacht, ihr Leben in Eigenständigkeit "auf Pump" zu beginnen und nicht selten geraten die Jungerwachsenen schneller als sie denken in die Schuldenspirale. Häufig wird dabei zusätzlich die Sicherheit des Einkommens überschätzt, denn gerade Berufsanfänger haben nicht nur ein niedrigeres Einkommen, sondern sind meist infolge kürzerer Betriebszugehörigkeit auch schneller kündbar.

 

SchuldenspiraleDoch nicht nur junge Menschen sind betroffen. Unvorhersehbare Ereignisse, wie der Verlust des Arbeitsplatzes, die Trennung vom Partner oder Unfälle können auch für die ältere Generation verheerende Folgen haben und in der Schuldenspirale enden.

Desgleichen Fehlkalkulationen bei Existenzgründungen und damit verbundene Kreditaufnahmen sind vielfach Ursachen für Überschuldung. Hierbei geraten wiederholt Ehefrauen aber auch Eltern, welche die Visionen der Existenzgründer unterstützen und für die Kredite bürgen, in die Schuldenfalle.

Die Problematik, wenn sich eine Überschuldung abzeichnet und Mahnungen sich häufen, ist oft das Resignieren der Betroffenen. Es werden nicht mehr alle Zahlungen geleistet und der Gang zum Briefkasten fällt immer schwerer. Werden unter Umständen nun wichtige Fixkosten wie Miete oder Strom- und Heizkosten deswegen aufgeschoben, ist die Gefahr in die Schuldenspirale zu geraten fast unvermeidbar.

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